Die Bewegungen der Demokraten, Lebensreformer, Romantiker und Wandervögel wurden von den gut-situierten Bürgern oft abgetan:mühsam_johannes_nohl_raphael_friedeberg_in_ascona_1905_a.jpg

Aber auch die Arbeiterbewegung, die Kirchen und die Parteien spotteten in ihren Zeitungen über Freikörper-Kultur, Vegetarier und Veganismus,
Die Vielfalt der Bewegungen ist für die damalige Zeit überraschend, und das wenige noch bekannte Liedgut bringt uns einige Grundbegriffe und Gefühle:
Einige Begriffe kennen manche heute noch:
  • Ins Blaue: Ohne ein festes Ziel in irgend eine Richtung aufbrechen
  • Auf große Fahrt gehen: In einer Gruppe, aber auf dem Weg zu zweit oder einzeln trampend, auf bestimmte vereinbarte Ziele hin trampen, notfalls
  • Auf Schusters Rappen: Wenn kein Ochsenkarren, keine Kutsche und kein Motorwagen vorbei kommt, zu Fuß wandern
  • Die blaue Blume: Und wer die blaue Blume finden will, der muss ein Wandervogel sein: Das eigene Gefühl entdecken, der Vorgänger des Blues im positiven Sinne, im Gegensatz zur hoffnungslosen Depression
  • Bündisch: Verbunden, zum Teil kenntlich am besonderen Kleidungs-Typ: Kurze Hosen oder Bund-Hosen, offenes Hemd (auch Schiller-Kragen genannt, im Gegensatz zur Kragen- und Krawatten-Mode der Spießbürger,
...
Die Bünde hatten ein sehr vielfältiges und wechselhaftes Leben: Wer mit welcher politischen Meinung, welchen Geschlecht und Umgang zusammen passte oder sich zerlegte, wechselte, und ein großer Jugendtag definiert - im Gegensatz zu den bieder saufend gewordenen studentischen Burschenschaften - die eigene Dialog-Fähigkeit:
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Die Meißner-Formel:

„Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.“[12]
Erster Freideutscher Jugendtag – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Freideutscher_Jugendtag
Geschichte. Ziel dieses – später auch Meißner-Tagung oder Hohe-Meißner-Treffen genannten – Jugendfestes war, die Geschlossenheit der Jugendbewegung



Die bündische Zeit Band 3 von 1920-1933 (siehe unten):


Buendische-Vielfalt

Ausstellung „Einfach. Natürlich. Leben.“ – Geschichten von Gustav & Gustaf





Eine bunte quirlige Bewegung, die sich ständig teilte und neu verband, von arisch bis jüdisch, von

... und was nie ausgesprochen wurde:

Herauszuarbeiten, welche Arten der Poetik in den Zeiten der Lebensreform vom Monte Verita über die Revolutionen 1918/19 in den Wandervogel wirkten, die in den 20er Jahren von der George-Gedichten und -Stilen überwuchert wurden:

Eisner und Landauer klingen wie Sozialismus-Romantik
Tollers pazifistischer und materialistischer Realismus und seine Stücke in ihrer langzeitigen Wirkung
Wedekind versus Thomas Mann,


Sammlung Links Dez 2017


http://www.strubb.de/buendisch_ist.htm

Werner Helwig: Was ist bündisch?
Ludwig Liebs: Was ist bündisch?
Alexej Stachowitsch: Wovon reden wir eigentlich? Versuch eines bündischen Lexikons
semmi (jungenschaft kreuzritter) Bündisch ist ...
Bündische Blaue Blume
Netzseite mit historischen und biographischen Informationen sowie Berichten und Verweisen auf Bünde und Veranstaltungen


external image 9783424005271-de-300.jpgDie deutsche Jugendbewegung 1920 bis 1933. Die bündische Zeit. Quellenschriften. Hrsg. im Auftrage des "Gemeinschaftswerkes Archiv u. Dokumentation der Jugendbewegung" (in Verbindung mit der Wissenschaftlichen Kommission für die Geschichte der Jugendbewegung) von Werner Kindt. Mit einem Nachwort von Hans Raupach.

Kindt, Werner (Hrsg.).

ISBN 10: 3424005274 / ISBN 13: 9783424005271
Verlag: (Düsseldorf) Eugen Diederichs, 1974

1840 S. (= Dokumentation der Jugendbewegung, 3). Gr.-8vo (23,5 x 15,5 cm). OLn. Darstellung der Bünde aller Richtungen, zeigt die neuen Ansätze u. Organisationsformen der bündischen Jugend u. ihre Entwicklung in den Jahren zunehmender politischer Polarisierung. Der Band zeigt auch aufschlußreich die Gruppenarbeit in Schule u. Erwachsenenbildung, in Fortbildungskursen für Arbeiter u. Studenten. Mit Zeittafeln u. Kurzchroniken der einzelnen Bünde, Quellen-Dokumenten, Personal-Biographien sowie Personen- u. Sach-Register. - Der Journalist Werner Kindt (1898-1981) gab nach dem Zweiten Weltkrieg die umstrittene dreibändige "Dokumentation der Jugendbewegung" heraus. - Hans Raupach (1903-1997), Wirtschafts- u. Sozialwissenschaftler, gehörte zu den bündischen Jugendführern, die am 8. März 1933 öffentlich ihren Eintritt in die NSDAP erklärten (vgl. NDB 21, S. 207 f.