Vielleicht liegt es unter dem allgemeinen Nichtwissen, vielleicht unter dem Tabu:

Die Wandervogel-Bewegung war eine wichtige Grundlage der persönlichen Selbstorganisation für die Freunde der Weissen Rose gewesen,

in der damaligen Zeit der offiziell gleich-geschalteten Jugend im "3. Reich" gab es alle Arten der Anpassung und des wachsenden Widerstandes,
die sich an bestimmten Zeichen erkennen konnten, die dabei aber auch immer mit Verrat rechnen mussten.

Dein feldgrauer, animalischer Gehorsam hat das Elend, die Trauer und Kraftlosigkeit dieser Zeit hervorgebracht.
Und du sprichst nur von deutschen Interessen, bevor du einmal die Tränen der Verzweiflung mitgeweint hast,
die die ganze Menschheit weinen muß beim Anblick der Landstriche, in denen wir Siegfried- oder Hindenburgstellung spielten.
Die Welt steht dir nicht offen, bevor du Mensch wirst.[13]
Hans Paasche,einer der Wortführer beim Ersten Freideutschen Jugendtag,
im Mai 1920 wurde er, erst 39 Jahre alt, staatsanwaltschaftlich gedeckt als Zusammentreffen nicht voraussehbarer unglücklicher Umstände,[1]
von Angehörigen des Reichswehr-Schutzregimentes 4 aus Deutsch Krone auf seinem abgelegenen Gut straflos ermordet.[2]

Do 22.2.2018 Revolutionsgespräch zu den Wandervogel-Freunden um die Geschwister Scholl

an ihrem Gedenktag, und zu den Wandervogel- Hintergründen aus der Lebensreform-Bewegung am Monte Verita
Die Geschwister Scholl waren im Wandervogel aufgewachsen, kannten die demokratischen Umgangsformen und die Ideen der Lebensreform:
Im Nachhinein wurden die christlichen Motive höher gehängt, denn die Kirchen hatten ihre eigenen jahrzehntelangen Kampagnen gegen Sozialismus und jahre langes Predigen für den Nationalsozialismus zu kaschieren.

Hans Scholl und Willi Graf hatten ein Gemeinsames, bevor sie sich richtig kennen lernten:

Sie hatten beide ein Verfahren wegen "bündischer Betätigung", und das Glück einer Amnestie im Mai 1938 nach dem Anschluß Österreichs.

Der Wandervogel hatte eine große Breite: external image 300px-InformationstafelFreideutscherJugendtag.JPG

Im Gegensatz zu den reaktionär und saufend gewordenen studentischen Burschenschaften und die militaristische Völkerschlacht-Idee
hatten sich viele Gruppen 1913 in der Meißner-Formel dem pazifistischen vielfältigen Leben der gereiften Einzelnen in ihren Gruppen verschrieben:

Die Meißner-Formel einschließlich der beiden letzten, nicht immer zitierten Sätze wird meist mit folgenden Worten wiedergegeben:[11]
„Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.“[12]



--- Noch in Arbeit ----
Thomas Mann verliest ein Flugblatt


inge aicher scholl


Inge Aicher_Scholl prägte die schon damals angefochtene Nachkriegs-Erzählung:

  • Einerseits wollte die Nazi-Restauration des Postfaschismus nichts vom Widerstand wissen,
  • andererseits versuchten verschiedene Gruppen und Einrichtungen ihre Geschichte zu schmücken,
  • Sie hatte ihre eigene traumatisierende Erfahrung zu verarbeiten: Wandervogel, Hitlerjugend, Verdächtige, ermordete Geschwister, Verfemte Familie, Nachkriegs-Phase, Postfaschismus und Fronten aller Art im Kalten Krieg: "Unschuldige" Kirchen, widerständige Parteien und alte Nazis in allen Strukturen ...

Rezensionen
Abele-Aicher (Hrsg.): Die sanfte Gewalt. Erinnerungen an Inge Aicher-Scholl Ulm 2012;
Ellermann, Barbara: Hans Scholl. Biographie. Hamburg 2012;
Herrmann, Ulrich: Vom HJ-Führer zur Weißen Rose. Hans Scholl vor dem Stuttgarter Sondergericht 1937/38. Weinheim, Basel 2012;
Hikel, Christine: Sophies Schwester. Inge Scholl und die Weiße Rose. München 2012;
Waage, Peter Norman: Es lebe die Freiheit! Traute Lafrenz und die Weiße Rose. Stuttgart 2012.

Vieles im Umfeld der Weissen Rose:

www.qsl.net/dl8gbk/weisserose/#home