Gespräche im Kreis sind eine andere Qualität als Vorträge, in denen EineR sein Wissen den Anderen verabreicht und vielleicht noch Fragen beantwortet, andere Meinungen anhört.

Die Treffen im Goldenen Anker, Schillerstr. 30

Die Gespräche im Kreis der USPD, der wegen Pazifismus rausgeworfenen Sozialdemokraten, hatten von vorn herein mehr als Berichte von Kongressen und Treffen aus den Zeitungen und aus den Betrieben statt gefunden, nur Mühsam hatte dann einmal Hausverbot, weil er gar zu streitlustig agitieren wollte.

Fechenbach und die Jusos (steht noch aus)


"Der Zweck der Revolution ist die Abschaffung der Angst."
Theodor W. Adorno in einem Brief an Walter Benjamin, 18.3.1936

Bauhaus und die reformpädagogischen Gestaltungen, Künste und Lebens-Ideen

Die Treffen im veganen Cafe "5vor12" in Milbertshofen

besprachen wir anschließend meist auch in der Gegensprechanlage in Radio Lora München 92,4 - auch im Internet zu hören

Erster Gesprächsabend Do 16.11. im FeldCafe der Volxküche "5 vor 12" gab eine Überblick zur Rätezeit, dann immer mal Donnerstags nach Gelegenheit:
Zweiter Abend Do 23.11. mit Andreas zu Lorenz Schott, Spartakist aus Obergiasing:

Biographie eines Münchner Revolutionärs: Der rote Kommandant von Giesing

Nach 4 Jahren an der Westfront kommt der Dachdecker Lorenz Schott im Dezember 1918 zurück zu seiner Familie nach Giesing. Die Schuldigen für die gewaltigen Opfer und Leiden scheinen entmachtet. Die Revolution der Soldaten im November, angeführt von Kurt Eisner, hat die Monarchie gestürzt und das Militär in Bayern verdrängt.
Doch die alten Mächte geben sich nicht geschlagen. Nach dem Mord an Eisner durch einen monarchistischen Offizier im Februar 1919, organisiert sich Schott in der neu gegründeten KPD, um die Revolution zu verteidigen. Er wird Obmann der KPD Sektion Giesing, dem lokalen Vollzugsorgan der Räterepublik.
Durch den Oberkommandierenden der bayerischen Roten Armee Rudolf Egelhofer wird ihm auch das militärische Kommando über die "rote Hochburg“ übertragen.
Ende April 1919 ziehen die Reste der alten Fronttruppen den Ring um München immer enger, um die Räterepublik zu zerschlagen. Lorenz Schott zieht noch einmal in die Schlacht.

Dritter Abend: Do 14.12. Vom Monte Verita zur Revolution und zum Wandervogel

[caption id="" align="alignright" width="704"]
http://www.planet-wissen.de/kultur/mitteleuropa/tessin/pwiedieaussteigervommonteverit100.html
http://www.planet-wissen.de/kultur/mitteleuropa/tessin/pwiedieaussteigervommonteverit100.html
Hans ARP am Monte Verita: planet-wissen.de[/caption]

Die Artikel zum Monte Verita erzählen meist auch etliches über die Autoren:
planet-wissen.de/kultur/mitteleuropa/tessin/pwiedieaussteigervommonteverit100.html
Die wichtigsten Personen der Münchner Räterepublik waren ab etwa 1906 in der Schweiz, auch zu Anarchisten- und Sozialisten-Kongressen,

und am Monte Verita, wo der Redakteur Kurt Eisner, der Literat und Übersetzer Gustav Landauer, der Autor, Herausgeber ud Dichter Erich Mühsam, die Gräfin Reventlow und der Psycho-Analytiker Otto Gross, aber auch der Schriftsteller Hermann Hesse und der Dichter Rainer Maria Rilke,

ihre Münchner Bekanntschaften und die Auseinandersetzung mit Luft und Licht, der neuen medizinischen Erkenntnis, mit freier Liebe und Gesundheit, Tanz und Veganismus, aber auch Kommune-Gedanken und Ideen zukünftiger Gesellschaft pflegten.

Der Wandervogel gründete sich als progressive Jugendbewegung ebenfalls um die Jahrhundertwende.

Er ermöglichte es erstmals auch Mädchen und Volksschülern, an gemeinsamen Wanderausflügen teilzunehmen.

Im Wandervogel versammelten sich Lebensreformer, Verfechter von Naturkost, Reformpädagogen, Demokraten, Anarchisten und Kommunisten, um die Schönheit der Welt zu erkunden und die Gesellschaft zu verbessern.

Der Einfluss des Monte Verita, die Wirkungen der „Kohlrabi-Apostel und Literaten“ auf die bairische Revolution und den weiteren Wandervogel wurde von den Teilnehmenden sehr unterschiedlich eingeschätzt,

auch das aktuelle Hintergrundwissen zu den theoretischen Anarchisten wurde kritisch nachgefragt.

Der Wandervogel endete vorläufig mit der Gleichschaltung 1934

Noch 1936 hatten die Geschwister Scholl eine Anzeige wegen bündischer Betätigung: 1937 stand dann Hans Scholl in einem Verfahren wegen bündischer Betätigung und §175 sowie Devisenvergehen bei einer "Nordlandfahrt" vor Gericht und wurde freigesprochen, Quellen in der Biografie Meine bisherige Sammlung: gemeinschaftlich-forschen.wikispaces.com/Monte+Verita+Konzept



Bericht und Reflexion der Revolutionsgespräche


Politisches Bewusstsein und Psycho-Analyse seit 100 Jahren: Otto Gross

Vor 100 Jahren begann die Forschung an der Psyche, systematisiert durch Sigmund Freud und seinen Umkreis in Wien, der durchaus sehr politisch orientiert war, auch an die höchst "elektrisierte" Öffentlichkeit zu kommen.
Bilder aus der physikalischen Forschung wurden schnell über die Zeitungen in die allgemeine Sprache übernommen.
Magnetismus war für alle mesmerisierend: Das damalige Wort für elektische Ausstrahlung. Hypnose war auf der Bühne zu erleben, alle hatten plötzlich "Nerven", wenn auch nicht "wie Drahtseile.
Nach Anfeindungen aus der etablierten Ärzteschaft wurde Freud vorsichtiger.
Otto Gross, Freund von Erich Mühsam, der ihm eine Zeitschrift finanzieren wollte, war einer der hoffnungsvollen Schüler Freuds, der sich quer durch die Szenen bewegte und seine Forschung auch in den Cafehäusern in Schwabing und am Monte Verità betrieb, bevor er in die Folgen des ärztlich fast üblichen Morphins geriet. Wilhelm Reich und die Gestalt-GründerInnen blieben an der politischen Spur, die bis zur Kritischen Psychologie auch die Kritische Theorie prägte.
Parallel wuchs aus der Lebensreform auch die Reform-Pädagogik, in jüdischen Internaten gepflegt, mit den Jugendlichen ausgewandert ...


external image Muc-Karte_2000b_60q.jpg
external image Muc-Karte_2000b_60q.jpg
Am Mi 10.1.18

um 21h in der Gegensprechanlage mit Cornelia Naumann ihr neues Buch besprechen, http://cornelia-naumann.de/ und die drei bisherigen Revolutionsgespräche im www.Feldcafe.de im Cafe 5 vor 12 der Volxküche in Milbertshofen reflektieren und vorstellen, was dort in der Nachbarschaft und im Projekt grade so passiert ....
.... und am Do 11.1.18 werden wir dort in der bunten Runde besprechen, was aktuell passieren soll: Rüstungsarbeiter-Streiks wie vor 100 Jahren oder rührselige Münchner Gemütlichkeit bis zum Aufstehen?
Was würdest du denn wollen?

www.raete-muenchen.de wartet auf Kommentare oder Mitarbeit:

Wir beginnen in **Radio Lora München auf UKW 92,4** am Mittwoch 10.1.18 ab 21h mit einem kleinen Rückblick auf die letzten Revolutionsgespräche, und dann schauen wir vorwärts: Die neuen Bücher und Forschungen, der RüstungsarbeiterInnen-Streik, bei dem vor 100 Jahren 5 - 8000 Streikende Frauen und Männer auf den Straßen und in den großen Biersälen waren und Kurt Eisner aufforderten, aus Berlin von den Streiks zu berichten sowie mit Sara Sonja Lerch die internationale pazifistische Idee diskutierten, mitten im Krieg.

Die SPD, bis 1914 als Friedenspartei, ab dem Kriegsanfang aber im "Burgfrieden": Stimmte dann für die Kriegskredite, bis auf Karl Liebknecht, und dann 1917 schon 25 SPD-Reichstags-Abgeordnete, die sofort ausgegrenzt wurden: Die USPD gründete sich zuerst in Berlin, dann auch in München, wo sie im Goldenen Anker in der Schillerstr. 30 vor allem eine offene Diskussionsrunde war, die allmählich erst Partei wurde, mit Ernst Toller ...

Was nach 99 Jahren Revolutionen zu tun bleibt ...


external image 978-3-89771-248-58.jpg
external image 978-3-89771-248-58.jpg

mit Simon Schaupp telefonieren: Der kurze Frühling der Räterepublik,
Weg_zum_Cafe-768x398.jpg
Weg_zum_Cafe-768x398.jpg

Ein Tagebuch der bayerischen Revolution

ISBN 978-3-89771-248-5 https://www.unrast-verlag.de/vorankuendigungen/der-kurze-fruehling-der-raeterepublik-detail

Und ihr habt hoffentlich schon Fragen an den Autor ...
Es erzählt die Geschichte der Bayerischen Räterepublik von den Januarstreiks 1918 bis zur Niederschlagung im Sommer 1919. Im Zentrum stehen dabei die Erlebnisse des Anarchisten Erich Mühsam (Revolutionärer Arbeiterrat), der Kommunistin Hilde Kramer (KPD) und des Linkssozialisten Ernst Toller (USPD).
Es wird deutlich, dass nicht eine Gruppe Literaten, wie immer wieder behauptet wird, sondern große Teile der Lohnabhängigen die Räterepublik getragen haben.
Selbst in der kurzen Zeit ihrer Existenz konnte sie soziale Maßnahmen wie Umverteilung von Wohnraum, die Einführung des Achtstundentages und den Ausbau der Frauenrechte durchführen. Schaupp zeigt auch, wie sich im Wüten der damals schon antisemitischen Freikorps während und nach der Niederschlagung der Räterepublik schon der Vorschein des NS ankündigte.
https://www.unrast-verlag.de/vorankuendigungen/der-kurze-fruehling-der-raeterepublik-detail

external image logo.jpg

Am Mi 14.2.18

werden wir um 21h in der Gegensprechanlage mit den KollegInnen das Autoren-Revolutionsgespräch in der **Volxküche** am Mi 7.2.18 ab 19h nachbesprechen und

Do 22.2. Revolutionsgespräch zu den Wandervogel-Freunden um die Geschwister Scholl

an ihrem Gedenktag, und zu den Wandervogel- Hintergründen aus der Lebensreform-Bewegung am Monte Verita

am Fr 23.2. ab 15h singen wir beim Freaky Friday im "5vor12"

(U2 Milbertshofen | „aus der Stadt kommend „hinten“ raus, rechts in die Schopenhauer, rechts durch die Dewetstr. und dann links bist du da, oder Tram 27 Petuelring, Schleißheimer weiter über die Kreuzung, erste rechts Kant, dann Schopenhauer …) Vegan, wie Volxküchen meistens sind … und gegen Spende.
Die aktuellen Termine finden Ihr auf unserer Facebook-Seite. Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag: 11:30 – 14:00 & 16:30 – 21:00 Uhr

Samstag durchgehend: 10:00-22:00 Uhr Sonntag durchgehend: 10:00-18:00 Uhr Montag &Dienstag: Regulär geschlossen
Kontakt: Georgenschwaigstraße 26, 80807 München Tel.: +49 89 3581 8555 E-Mail: kontakt@feldcafe.de

Nächstes Plenum R am Mi 28.2. 19h im Feldcafe "5vor12" der Volxküche U2 Milbertshofen